Praxisschwerpunkt Entwicklungsdiagnostik

Fast ein Viertel der Kinder in Deutschland erhält während seiner Entwicklung eine fördernde Therapie, zumeist Ergotherapie, teilweise Sprachtherapie(Logopädie) oder Krankengymnastik. In einer Vielzahl dieser Fälle sind die Problemstellung und das Ziel dieser Therapie nur sehr unpräzise und wenig zielführend beschrieben. Es handelt sich mehr um gefühlte und beobachtete Auffälligkeiten, als um klar beschriebene und definierte Funktionsstörungen oder Entwicklungsprobleme.

Wir haben uns in unserer Praxis ein festes Ziel gesetzt: bei der Frage nach dem Förderbedarf eines Kindes, sei es im statomotorischen/ graphomotorischen, im sprachlichen, im perceptiven (Wahrnehmungs-) oder im psychomotorischen Bereich, also alle Facetten der Wahrnehmungs-, Bewegungs- und Äußerungsformen eines Menschen betreffend, wollen wir die Defizite so genau wie möglich erfassen und beschreiben, möglichst mit messbaren Kriterien, bevor eine therapeutische Maßnahme eingeleitet wird. Auf der Grundlager der genauen Untersuchung soll die Therapie- oder Fördermaßnahme den individuellen Problemen angepasst und zielgerichtet sein.

Deshalb führen wir in unserer Praxis zur Diagnostik von Entwicklungsauffälligkeiten eine ganze Reihe verschiedener Entwicklungsteste durch: Angefangen bei den im Grunde in allen Kinderärztlichen Praxen üblichen Entwicklungstesten nach Helbrügge und dem Denver-Entwicklungstest, über die Griffiths (Bayley)- Entwicklungsskalen, modifiziert nach Frau Prof. Dr. Inge Brand, als auch über gezieltere Teilfunktionen betreffende Teste. Wir führen zu Evaluation der Statomotorik und Koordination im jüngeren Kindesalter zwischen 5 und 11J den Körperkoordinationstest nach Kiphard durch, zur Evaluation der visuellen Wahrnehmung und der Graphomotorik den Frostigtest der visuellen Entwicklung, zur Kognitiven- und Leistungstestung den HAWIK , aber auch den CFT 20 und CPM / SPM nach Raven als sprachfreie Teste der Intelligenz und des Abstraktionsvermögens von Kindern und Jugendlichen, durch Im Schulleistungsbereich stehen verschiedene Teste zur Evaluation von Teilleistungs- Defiziten zur Verfügung, die diagnostischen Rechtschreibteste, DRT für alle Klassenstufen, ebenso die Hamburger Schreibprobe als weiterführende Alternative in der RS-Diagnostik, den Züricher Lesetest und zur Abklärung der Dyskalkulie den international gebräuchlichen Zareki-Test.

Zur Erfassung der psychosozialen Dimension der Entwicklungsstörungen arbeiten wir mit verschieden standardisierten Fragebogen, wie sie zum diagnostischen Inventar der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychologie gehören. Wir führen als Beispiel für Konzentrations-Teste, den D2-Test nach Bickenbach und den Konzentrationsleistungstest KLT bei älteren Kindern und Jugendlichen durch, um die Verdachtsdiagnose Konzentrationsstörung – Aufmerksamkeitsdefizit in einen quantifizierten Rahmen zu setzen.

Wenn solche Untersuchungen bei Kindern mit dem Verdacht auf Entwicklungs- oder Schulleistungsstörungen erforderlich sind, werden diese -individuell auf das Kinder oder den Jugendlichen zugeschnitten- festgelegt und an ein, zwei oder drei verschiedenen Terminen durchgeführt, um dann in einem Abschlussgespräch mit den Eltern besprochen zu werden. Wenn erforderlich wird dann eine therapeutische Maßnahme eingeleitet. Bei Schul (leistungs)- Problemen wird die Schule über die Eltern informiert, mit einem Fördervorschlag und einer dezidierten Beschreibung der festgestellten Defizite, um Fördermaßnahmen und/oder Nachteilsaugleiche in die Wege leiten zu können.

In der Praxis ist die Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeits-Defizit-Störungen und damit einhergehender Verhaltensstörungen ein Schwerpunkt.

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